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Aktion „Leere Schuhe“ am 10.11.2020

Wenn Sie am 10.11.2020 an der Gedenkstätte am Michelsberg in Wiesbaden gewesen sind, dann haben Sie einen halben Davidstern, gebildet aus leeren Schuhen gesehen.

Am 10.11.2020 haben wir um 05.30 Uhr – dem Zeitpunkt, als das Gebäude der Reformsynagoge am Michelsberg vor 82 Jahren brannte – eine Mahnwache zur Erinnerung an die Zerstörung der Reformsynagoge an der Gedenkstätte abgehalten und für alle während der Schoah ermordeten Jüdinnen und Juden im stillen Gedenken einen Kranz niedergelegt.

Wir haben uns zwischen den leeren Schuhen aufgestellt, um zu zeigen, dass die ermordeten jüdischen Bürgerinnen und Bürger dieses Landes zwar nicht mehr da sind, aber in unseren Herzen weiter leben, in unseren Gedanken neben uns stehen und das vielfältige jüdische Leben in Deutschland wieder hergestellt ist. Das Progressive Judentum in Wiesbaden ist wieder sichtbar.

Unsere Botschaft an die Stadt Wiesbaden ist: Wir, die progressiven Jüdinnen und Juden dieser Stadt, sind wieder da!

Wir alle dürfen die Vergangenheit nicht vergessen, aber wir dürfen unsere Gedanken nicht nur zurück, in die traurige Vergangenheit richten, sondern müssen auch nach Vorne schauen!

Bis zum 9. November 1938 stand an dieser Stelle die Reformsynagoge Wiesbadens, die durch die Progressiven Jüdinnen und Juden unserer Stadt errichtet und am 13.08.1869 eingeweiht wurde. Die Mitglieder dieser Gemeinde plädierten für eine Anpassung historisch bedingter religiöser Rituale und Regeln an die Gegenwart bzw. für eine Liberalisierung und Demokratisierung in allen Bereichen des jüdischen Lebens.

Der ehemalige Rabbiner dieser Gemeinde, Abraham Geiger, war einer der Gründer des Progressiven Judentums, wie wir es heute in der ganzen Welt kennen.

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